Die venezianische Autorin Petra Reski verbindet in ihren Büchern stark zugespitzte Beschreibungen privater Erlebnisse mit Zustandsanalysen der italienischen Gesellschaft. Für ihr aktuelles Buch „All’italiana!“ nahm sie ihr überraschend langjähriges Projekt, bürokratische Hürden zu überwinden, um auch die italienische Staatsbürgerschaft zu erwerben – und so an den Parlamentswahlen teilnehmen zu können – als Aufhänger für eine aktuelle Selbstverortung. Dabei spielt sie mit den von ihr selbst intensiv zelebrierten Klischees der Eigen- und Fremdwahrnehmung als „Italienerin“ und „Deutsche“. 

Geprägt sei die italienische Gesellschaft noch immer wesentlich von den Ereignissen der 1990er Jahre, als bekanntlich Querverbindungen zwischen Politik und Mafia zumindest teilweise ans Licht kamen und unter anderem dies die traditionelle Parteienlandschaft tief erschütterte, was Berlusconi und dann Meloni erst die Möglichkeit gegeben habe, eine Lücke zu füllen. Grundsätzlich habe schon 1921 ein dann ausgewanderte Schriftsteller den Italienern den Wesenszug bescheinigt, sich ihrem wenig bürgerfreundlichen Staat gegenüber tendenziell durch Ungehorsam zu entziehen. In der gut besuchten Villa Quandt gab Petra Reski am 24. Juni 2025 Leseproben aus ihrer satirischen Feder und stellte sich den Fragen der Moderatorin Katarzyna Zorn und des Publikums.

Eine Veranstaltung des Brandenburgischen Literaturbüros in Kooperation mit dem Freundeskreis Potsdam-Perugia

„All’italiana“ – Lesung und Gespräch mit der Autorin Petra Reski