Das renommierte internationale Musikfestival SAGRA MUSICALE UMBRA wandelt in seiner 80. Ausgabe vom 5. bis 20. September 2025 auf den Spuren einflussreicher Visionäre der (nicht nur Musik-)Geschichte („Visionari“), mit dreißig Konzerten und anderen Veranstaltungen an schönen Orten vor allem in Perugia, aber auch in Torgiano, San Gemini, Montefalco und Foligno. Der Eröffnungstag war ganz der Musik am Hof Friedrichs des Großen gewidmet, mit einem Gesprächskonzert des Festivalleiters, des Cellisten Professor Enrico Bronzi und von Mitgliedern des Kammerorchesters Perugia in der Aula der Università per gli Stranieri und sodann dem Eröffnungskonzert „Prussian Blu“ in der prächtigen Basilica di San Pietro durch das Ensemble 1700 unter Leitung der Flötistin Dorothee Oberlinger (ihrerseits künstlerische Leiterin der Musikfestspiele Sanssouci). Der Freundeskreis Potsdam-Perugia brachte seine Verbundenheit mit der wunderbaren Arbeit der SAGRA diesmal in Form einer Kooperation zum Ausdruck und durfte die Gastfreundschaft der Veranstalterin, der Fondazione Musica Classica Perugia, und ihrer Präsidentin Anna Calabro genießen; als stellvertretende Vorsitzende überbrachte ich herzliche Grüße. Höchstes künstlerisches Niveau verband sich dann mit überschäumender Freude am Dialog der Instrumente, die auch auf das Publikum überging. Beide Konzerte machten hörbar, dass in der wohl vergleichsweise intimen Atmosphäre der Sommerresidenz Sanssouci und im ambitionierten Konkurrenzkampf der hochkarätigen Musiker-Komponisten, die Friedrich dort versammelte, anspruchsvolle, teils noch heute mitreißende Werke im Übergang vom Barock zum galanten Stil entstanden sind und – allen voran durch Carl Philipp Emanuel Bach – schon Vorgriffe auf die Romantik erfolgten.
Text: Karen Sokoll
Fotos: Torsten Walter

