Der bevorstehende 50. Todestag war für uns Anlass, auf das Leben und das künstlerische Werk des am 5. März 1922 in Bologna geborenen Autors und Regisseurs Pier Paolo Pasolini zurückzuschauen. Kommunist, Katholik und offen homosexuell, schlug Pasolinis Herz für die Benachteiligten der italienischen Gesellschaft. In seinen Filmen griff er Themen auf, die zu Spannung und Spaltung führten: der Gegensatz zwischen Stadt und Land, Kirche und Korruption, Liebe und Prostitution, Freiheit und Abhängigkeit, Schuld und Hoffnung und nicht zuletzt auch Passion.
Hauptdarstellerin Anna Magnani bringt all das im ersten Film des Abends, Mamma Roma, zum Ausdruck. Eine der schönsten Mutter-Sohn-Beziehungen der Filmgeschichte, wie uns Matteo Forni, Schauspieler und Moderator der Reihe »CinemAperitivo« in Berlin, zu Beginn seiner leidenschaftlichen Einführung in das Leben Pasolinis und die Filme des Abends erläuterte.
Im zweiten Film, Liebes Tagebuch/Caro Diario, ging es dann weniger spannungsgeladen und eher sarkastisch humorvoll zu. Regisseur Nanni Moretti inszenierte sich in vier Episoden selbst und stattet am Strand von Ostia, dem Ort einen Besuch ab, an dem sein Vorbild Pier Paolo Pasolini am 2. November 1975 ermordet wurde.
Rom am Rande ist bereits der sechste Filmabend, den wir dank großzügiger Förderung mit dem Filmmuseum Potsdam, der Landeshauptstadt Potsdam und dem italienischen Kulturinstitut in Berlin (IIC) durchführen konnten. Der zur Eröffnung anwesende Direktor des Instituts, Alessandro Turci, und der Leiter der Programmabteilung im Filmmuseum Potsdam, Sachiko Schmidt, gaben ihrer Freude hierüber Ausdruck und freuen sich auf weitere gemeinsame Projekte mit unserem Freundeskreis.
Beitragsfoto: missingFILMs

